Mittwoch, 13. Dezember 2017

Der elektronische Franken und die Bilanz der Nationalbank

Der E-Franken, auch elektronische Banknote oder elektronisches Bargeld genannt, ist eine neue Geldsorte der Nationalbank (SNB). Mit dem E-Franken kann im Internet ohne Zwischenschaltung eines Bank- oder Postkontos direkt bezahlt werden, genau gleich wie mit Banknoten in der Realwirtschaft.

Der zentrale volkswirtschaftliche Vorteil des E-Frankens für den Wirtschaftsraum Schweiz besteht in fallenden Transaktionskosten und sinkendem Energieverbrauch dank Ausschaltung aller Intermediäre im Zahlungsverkehr wie Banken, Postfinance, Kreditkarten und Apps.

Eine andere Qualität der neuen SNB-Geldsorte ist ihre "Mündelsicherheit", wie man früher den maximalen Sicherheitsstandard für Geldanlagen von Witwen und Waisen nannte. Weil die Nationalbank im Unterschied zu privaten Banken nicht bankrott gehen kann, sind E-Franken sicherer als das heutige elektronische Buchgeld auf Bankkonten, das durch die gesetzliche Einlagensicherung lediglich bis zum Betrag von 100'000 Franken gedeckt ist. Alle die ihre Ersparnisse nicht bei einer privaten Bank oder bei den gleichermassen profitstrebig funktionierenden Postfinance und Kantonalbanken halten wollen, können mündelsichere Nationalbank-E-Franken halten.

Diesen Vorteilen stehen wie überall auch Nachteile gegenüber, etwa der Missbrauch der E-Franken zu Geldwäsche oder Steuerhinterziehung. Doch davon mehr später.

Damit sich der geldpolitische Spielraum der SNB infolge der neue Geldsorte nicht verengt, muss der E-Franken in deren Bilanz genau gleich behandelt werden wie die bisherigen Banknoten. Das heisst der genaue Betrag der ausgegebenen E-Franken erscheint auf der Passivseite als Schuld gegenüber jedem einzelnen Halter von E-Franken.

Die zusammengefasste und gerundete SNB-Bilanz per Ende Jahr präsentiert sich wie folgt:
(in Milliarden Franken)

AKTIVEN                                      ⎮ PASSIVEN
_________________________________________________________________

Devisen                              782      ⎮ Giroschulden bei inl. und ausl. Banken        525
Gold                                     42      ⎮ Eigenkapital und Reserven                           132
                                                       ⎮ Banknoten                                                       77
                                                       ⎮ Schulden bei Bund und Banken                    100


Die Aktivseite der SNB-Bilanz ist insofern ein Sonderfall, als dass diese auschliesslich Guthaben in Fremdwährung oder Gold ausweist, und keine Guthaben in eigener Währung bei der eigenen Staatskasse. Während die Aktiven der Europäischen Zentralbank, dem US-Fed, der Bank of England, und gar nicht zu reden von der Bank of Japan zu 50 bis über 100 Prozent aus Staatsobligationen des eigenen Landes in eigener Währung bestehen - also einem auf sich selbst gezogenen Scheck.

Die Passivseite der SNB-Bilanz ist ebenfalls ein Sonderfall insofern als diese zu etwa 2/3 aus Giroschulden der Nationalbank bei den Geschäftsbanken besteht. Gemäss den gesetzlichen Mindestreservevorschriften auf Kreditausleihungen müsste das Bankensystem sehr viel weniger Zentralbankengeld auf seinen Girokonten halten. Geschätzte 450 Milliarden Franken dieser Nationalbank-Giroschulden bei den Geschäftsbanken liegen über der gesetzlichen Mindestreserve und behindern die Geldpolitik.

Von diesen überschüssigen 450 Milliarden Franken Girogeldern könnten, sagen wir mal 350 Milliarden durch eine Reform des Nationalbankgesetzes in E-Franken umgewandelt werden. Als souveräner strukturpolitischer Akt des Gesetzgebers, der die  geldpolitische Souveränität des SNB-Direktoriums nicht tangiert.

Dem Kreditschöpfungsprozess des Bankensystem bringen die unverzinsten überschüssigen Nationalbank-Giroguthaben nichts. Die nötigen Mindestreserven für alle Bankkredite in der Schweiz liegen heute um ca. 3000 Prozent über der vorgeschriebenen Limite. (Ganz abgesehen davon, dass diese überschüssigen 450 Milliarden die dem Bankensystem seit der Finanzkrise vor 10 Jahren dank dem Mechanismus der enormen Eurokäufe der SNB ohne Eigenleistung zuflossen dem Volk gehören, und nicht den Banken.

Mit einer Revision des SNB-Gesetzes als Grundlage, könnten die 350 Milliarden E-Franken durch eine entsprechende Verringerung der Giroschulden beim Bankensystem auf der Passivseite der Bilanz eingebucht werden.

Sind die E-Franken erst mal in der Bilanz eingebucht, braucht es nur noch eine Blockchain damit das geneigte Publikum das Digitalgeld E-Franken im Netz wie Bargeld einsetzen kann - okay, das mit dem "nur" war nur ein Witz.

Die Blockchain-Technik, auch die Grundlage von Bitcoin, verhindert, dass mit dem gleichen E-Franken zwei oder mehrmal bezahlt werden kann. Wobei die E-Franken-Blockchain die grossen Nachteile der Bitcoin-Blockchain vermeidet, nämlich die Spekulation, welche Bitcoins im Zahlungsverkehr untauglich macht. Und das nicht nachhaltige Bitcoin-Mining, welches irre Energiemengen vergeudet.

Obwohl die Auswirkungen von 350 Milliarden E-Franken auf die Devisenspekulation erst absehbar werden, wenn diese neue Geldsorte existiert, darf davon ausgegangen werden, dass die SNB-Geldpolitik den E-Franken mit neuen Massnahmen ebensogut oder schlecht in den Griff bekommt, wie den Kurs der Hartwährung Franken insgesamt. Im unregulierten Bitcoin-Universum herrscht die Anarchie der Märkte, Franken, inklusive E-Franken sind von der SNB reguliert, wenn nötig mit drastischen Massnahmen.

Vieles hängt auch an der Programmierung der E-Franken-Blockchain. Diese könnte beispielsweise nicht wie Bitcoin für die ganze (anonyme) Welt konzipiert sein, sondern intranetmässig nur für angemeldete Nutzer. In dem Sinne, dass die SNB mit den bisherigen Girobanken eine Annexanstalt gründet, wo jemand der die ein E-Frankenkonto haben will, sich zur Vermeidung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung identifizieren muss, bevor er seine E-Franken für Transaktionen benutzen darf.

Montag, 11. Dezember 2017

Die NZZ, Eric Gujer und Gerhard Schwarz

Nachdem Veit Dengler unsere alte Tante wirtschaftlich fast ruinierte, versucht NZZ-VR-Präsident Etienne Jornod dem Blatt durch Abkoppelung der Regionalzeitungen wieder eine ökonomische Basis zu verschaffen.

Ob das Joint-Venture der NZZ mit Peter Wanners AZ Medien funktioniert bleibt abzuwarten, doch darum geht es hier nicht.

Lieber möchte ich wieder einmal meine Meinung zum aktuellen Inhalt der NZZ zum Besten geben, wo ich heute Eric Gujer und Gerhard Schwarz als wichtigste Meinungsführer sehe.

Chefredaktor Gujer profiliert sich mit einem E-Mail-Newsletter für ein deutsches Publikum, dem kläglichen Rest der gescheiterten Dengler-Gujerschen Vision der Webseite nzz.de. Der Newsletter für den grossen Kanton schein weniger wichtig, als die Leitartikel für eine Schweizer Leserschaft aus der Perspektive des Schweizer Portemonnaies.

Welche Positionen vertritt die NZZ in Deutschland? Ich denke, Geopolitiker Gujer sucht den Wiederaufbau der von Trump abgewrackten deutsch-amerikanischen Atlantikbrücke, ohne Rücksicht auf das Schweizer Portemonnaie.

Ganz anders hält es NZZ-Kolumnist Gerhard Schwarz, der überdies im publizistischen Beirat sitzt, der NZZ-VR-Präsident Jornod berät. Schwarz, 1995 Mitverfasser des neoliberalen Deregulations-Weissbuches, heute ordoliberal, entdeckte den diskreten Charme des Sonderfalles Schweiz.

Ordoliberale fordern staatlich geregelte Märkte,  Neoliberale fordern freie Bahn dem freien Bürger. Gujer unterscheidet hier nicht wenn er sagt: "Wir sind ordoliberal. Sie könnten auch neoliberal sagen".

In seinen zwei neusten NZZ-Kolumnen preist der reformierte Weissbuch-Deregulierer Schwarz die Schweizer Besonderheiten mit Worten, die Christoph und Magdalena Blocher, Markus Somm und Roger Köppel wohl auch unterschreiben würden.

Sollte es an der Falkenstrasse mal zum Showdown zwischen dem "Sonderfall-Schweiz-ordoliberalen"-Wirtschaftspolitiker Gerhard Schwarz und dem "make-America-great-again-without-Trump"-Geopolitiker Eric Gujer kommen, dürfte Schwarz meines Erachtens gewinnen.

Gemeinsame wirtschaftliche Interessen, nicht geopolitische Allianzen sind das Fundament des Sonderfalls Schweiz.

Montag, 6. November 2017

Kurt Schiltknecht hat recht: Die Nationalbank-Bilanz muss raschmöglichst verkürzt werden

Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren wachsen die Devisenreserven der Nationalbank (SNB). Und beziffern sich mittlerweilen auf umgerechnet 761 Milliarden Franken, oder ungefähr 95 Prozent aller Aktivposten in der SNB-Bilanz.

Zum Vergleich: Die Devisenreserven der EZB  belaufen sich auf umgerechnet ungefähr 42 Milliarden Euro oder ungefähr 12 Prozent der bilanzierten Aktiven.

Wie hoch die Devisenreserven einer Zentralbank sein sollen, ist für jede einzelne Institution gesondert zu beantworten. Als Faustregel gilt die Guidotti-Greenspan-Regel die besagt, dass die Reserven eines Landes gleich der unterjährigen Auslandsverschuldung sein sollten, um einem schockartigen Abzug von kurzfristigem ausländischen Kapital jederzeit widerstehen zu können. Nach dieser Regel bräuchte die SNB nur wenig Devisenreserven, weil der Finanzplatz Schweiz bislang noch keine solche Situation erlebte. Ganz im Gegenteil, seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 führten die Krisen und Kriege der letzten 150 Jahre unter dem Strich zu einem Kapitalzufluss in die Schweiz.

Auch im Vergleich zu den Dimensionen der Realökonomie des Wirtschaftsraumes Schweiz sprengen die 761 Millarden Devisenreserven sämtliche Relationen. Sie liegen 111 Milliarden höher als das Bruttoinlandprodukt 2016 von 650 Milliarden Franken, und fast gleich hoch wie das investierte Gesamtvermögen aller Schweizer Pensionskassen.

Zugegeben, diese makroökonomischen Missverhältnisse sind alle bekannt, laut SNB-Direktorium kein Problem und werden, wohl darum, in Politik und Medien kaum je thematisiert.  Einzig von Alt-SNB-Chefökonom Kurt Schiltknecht kassierte die SNB bislang gröbere Schelte wegen der aufgeblähten Bilanz. Wenn die SNB ihre Bilanzsumme nicht unverzüglich herunterfahre, so Schildknecht in der NZZ vom 7.10.17, werde die Geldpolitik "nicht in der Lage sein, der nächsten Krise die Stirn zu bieten".

Wo Schiltknecht recht hat, da hat er recht, die überschüssigen Devisenreserven rauben der Geldpolitik den Spielraum in einer zukünftigen Krise und müssen raschmöglichst aus der SNB-Bilanz verschwinden.

Die Frage, wie die dringend nötige Bilanzschrumpfung der SNB vorgenommen werden soll ist kein geldpolitisches, sondern eine strukturpolitisches Problem, das von Nationalbank, Bundesrat, Parlament und schliesslich den Stimmberechtigten gelöst werden muss.

Montag, 30. Oktober 2017

Auslandvorarlberger Gerhard Schwarz oder Tessiner Sergio Ermotti: Wer ist der besser Schweizer?

Als der Vorarlberger Landeshauptmann unlängst die im Ausland erfolgreichen Landsleute zum Network-Treffen an den Bodensee rief, kam auch der Schweizer Pensionist Gerhard Schwarz. Schwarz, der das heimatliche Hard vor vielen Jahren zum Studium an der helvetischen Kaderschmitte in St. Gallen verliess, avancierte später bei NZZ und Avenir Suisse zum neoliberalen Totengräber der einstigen korporativistischen Schweiz AG.

In seiner NZZ-Kolumne vom letzten Samstag hat sich Schwarz in einer Art und Weise zum Sonderfall Schweiz bekannt, der wohl auch die Zustimmung von Christoph Blocher, Roger Köppel  und der SVP finden dürfte.

Demnach wird die Schweiz wird nicht durch eine gemeinsame Kultur, Sprache und Religion zusammengehalten, sondern durch vier auf das Land zugeschnittene, kaum kopierbare politische Institutionen: "Es sind dies die direkte Demokratie, die Vielfalt ermöglicht; das Milizprinzip, das die Berufspolitik verhindert; der Nonzentralismus, der Unterschiede zulässt; und die Konkordanz, die den Kompromiss lebt."

"Über all dem", so Schwarz weiter, "thront das genossenschaftliche Staatsverständnis, das in der Schweiz die Aussage «Der Staat, das sind wir alle» nicht zur Hypokrisie werden lässt. Dank ihm hält die Schweiz Äquidistanz zum Respekt ihrer Nachbarländer vor dem Obrigkeitsstaat und zur Radikalkritik am Staat der amerikanischen Libertären."

Gemäss Schwarz halten die erwähnten vier Institutionen, ergänzt noch durch das genossenschaftliche Staatsverständnis "die vielfach fragmentierte Willensnation Schweiz, voller Gegensätze zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, Zugewanderten und hier Geborenen, Stadt und Land sowie zwischen Regionen, Religionen, Sprachen und Kulturen, zusammen."

Kein Wunder, gilt der einstige NZZ-Wirtschaftschef heute bei seinen Nachfolgern nicht mehr als Neoliberaler, sondern als Ordoliberaler - was allerdings nur für die an den ideologischen Besonderheiten des Bindestrich-Liberalismus interessierten von Bedeutung ist. NZZ-Chefredaktor Eric Gujer schrieb einmal (sinngemäss) Neoliberal, Ordoliberal, scheissegal.

Gleichzeitig zu Schwarzens Schweizer Sonderfall-Bekenntnis, kassierte UBS-Chef Sergio Ermotti am letzten Samstag viel Kritik für seine Aussage, die ausländischen Mehrheitsaktionäre könnten die UBS-Zentrale in ein anderes Land verlegen. Er selber würde diese gerne in der Heimat belassen, aber „nichts ist zu 100 Prozent sicher“.

Statt den ausländischen UBS-Mehrheitsaktionären mit: Nur über meine Leiche zu antworten, wie es jeder Patriot verlangt, der einen Schuss Pulver wert ist, oder mit:  Euch brauchen wir gar nicht mehr, wir haben jetzt Google, wie ein anständiger Neoliberaler, ist der smarte Tessiner vor den Ausländern sang und klanglos eingeknickt.

Wer ist der bessere Schweizer, Ermotti oder Schwarz? das ist hier die Frage.

Freitag, 22. September 2017

Unerwünschte Konsequenz der Geldpolitik: Nationalbankaktie wurde Spekulationspapier

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist eine Aktiengesellschaft der besonderen Art. Die Aktienmehrheit liegt bei den Kantonen,  die Aktienminderheit ist frei käuflich, wobei diese Aktien kein Stimmrecht haben.

Der Börsenkurs dieser SNB-Aktien hat sich in den vergangenen 12 Monaten verdreifacht. Da stellt sich die Frage, wie dieses stimmrechtslose Wertpapier zum Spekulationsobjekt werden konnte.

Die Antwort darauf ist klar: Die Geldpolitik der SNB, sprich die kontrollierte Abwertung des Frankens durch Käufe von Euros gegen selbstgeschöpftes Franken-Girogeld, hat die Nationalbank in einen verkappten Staatsfonds verwandelt.

Die SNB-Aktiven bestehen zu über 90 Prozent aus Devisenreserven. Das ist eine Besonderheit, die Aktiven anderer Zentralbanken wie dem US-Fed, der EZB oder der BoJ bestehen aus Staatsobligationen und Wertpapieren in der eigenen Währung.

Diese Devisenreserven im Gegenwert von weit über 700 Milliarden Franken - fast gleichviel wie das investierte Gesamtkapital der 2. Säule - wurden mittlerweilen in Euro-, Dollar-, Yen-, etc. Wertpapiere diversifiziert. Die SNB ist heute Grossaktionärin bei vielen Unternehmen, etwa bei Apple, Amazon, Alphabet, IBM oder Microsoft.

Fazit: SNB kaufen.

Montag, 18. September 2017

Das "Utility Settlement Coin" als Vorstufe zum elektronischen Franken der Nationalbank

Gestern veröffentlichte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich einen Report zum Kryptocash, einer zurzeit von zahlreichen Zentralbanken angedachten neuen elektronischen Geldsorte, mit der ohne Dazwischenschaltung eines Bankkontos gleichermassen anonym bezahlt werden kann, wie mit Banknoten einer Zentralbank.

So ein elektronischer Franken wäre gleich viel Wert wie eine Frankenmünze. Und 1000 elektronische Franken wären gleich viel wert wie eine Tausendernote.

Doch anders als mit der Banknote, die ich physisch über den Ladentisch schieben muss, kann ich mit dem e-Franken durch direkte Übertragung per Smartphone bezahlen, ohne dass eine Debit- oder Kreditkarte, bzw. ein Bank- oder Postkonto eines privaten Finanzinstitutes dazwischengeschaltet werden muss.

Die e-Franken wird direkt von der Nationalbank (SNB), oder einer neuen SNB-Anexanstalt ausgegeben, und von den gleichen Währungs- und Goldreserven gesichert, wie die zwei bisherigen SNB-Geldsorten, das Notengeld und das Giralgeld. Und können als volle Kryptowährung ausgegeben werden, oder von einem kontrollierten System, in dem nur reinkommt, wer der SNB bekannt ist.

Der hohe Giralgeldüberschuss, den die SNB aufgrund der enormen Eurokäufe der letzten Jahre in der Bilanz akkumuliert hat, kann durch die Umwandlung des Giralgeldüberschusses in e-Franken abgebaut werden.

Auffallend ist die Bedeutung die der BIZ-Kryptocash Report den "Utility Settlement Coins" (USC) gibt, einem Projekt von UBS, Credit Suisse und zahlreicher anderer globalisierter Investmentbanken.


Diese USC sind das Spiegelbild eines Korbes verschiedener Zentralbankwährungen, den die Privaten Banken die beim Projekt mittun, als Sicherheit für jedes USC Token das sie herausgeben, in einem Treuhandkonto bei der betreffenden Zentralbank hinterlegen.

Diese USC werden überflüssig, sobald die Nationalbank oder eine andere Zentralbank eine eigene e-Geldsorte einführen, auch wenn das System der privaten USC-Emittenten technisch funktioniert.

Donnerstag, 14. September 2017

Tages-Anzeiger-Wirtschaftschef-Stv. Holger Alich fordert Wirtschaftskrieg Schweiz-China

Vor kaum zwei Monaten neu als Ressortleiter-Stellvertreter Wirtschaft zum Tages-Anzeiger gekommen, riskiert der deutsche Wirtschaftsredaktor Holger Alich im heutigen Blatt bereits eine dicke Lippe.

"Die Schweiz darf nicht naiv sein" schreibt Alich, und fordert mit Hinweis auf die Verhältnisse in den USA und der EU auch in der Schweiz Staatseingriffe gegen den "Kaufrausch" chinesischer Firmen.

Die Argumentation seines anti-chinesischen TA-Leitartikels entspricht im Grunde den Ansichten des einstigen Trump-Beraters Steve Bannon, der heute auf dem rechtsradikalen US-amerikanischen Newsportal Breitbart den Wirtschaftskrieg der USA gegen China fordert.

Die Forderung des Tages-Anzeiger-Wirtschafts-Stv. nach geopolitischem Protektionismus wirft nicht nur die Grundprinzipien des wirtschaftsliberalen Freihandels über Bord, sondern auch die traditionelle Schweizer Neutralität, und Sinn und Geist des Freihandelsabkommens Schweiz-China obendrein.

Journalistisch ist das alles nicht. Non-Story. Neue Fakten aus Politik und Wirtschaft fehlen. Es handelt sich vielmehr um einen ideologisch bedingten Vorstoss eines TA-Redaktors zur Destabilisierung des Freihandelsabkommens Schweiz-China.

Angesichts dieser ideologischen Frontalattacke gegen die Schweizer Aussenwirtschaftspolitik stellt sich die Frage, wo Holger Alichs Loyalitäten laufen.

Vielleicht sollt sich TA-Journalismusqualitätschef Res Strehle gelegentlich der politischen Instrumentalisierung von Tamediaprodukten durch einzelne Redaktoren widmen. Seit der kommerziell erzwungenen Abschaffung der alten Tamedia-Redaktionsstrukturen hst diese Problematik viel an Bedeutung gewonnen.